Die Pubertät beim Hund

Pubertät ist, wenn die Menschen anfangen schwierig zu werden!

Pubertät beim Hund

 

Unsere Nele ist nun schon 6 Monate alt (an ihr sehe ich immer wieder, wie die Zeit rennt). Der Zahnwechsel ist fast abgeschlossen – es fehlen nur noch die oberen beiden fangzähne) – und wir nähern uns mit riesen Schritten der Pubertät. Leider stelle ich immer wieder fest, das sehr viele Hundehalter überhaupt nichts oder nur sehr wenig über diese Phase im Hundeleben wissen.

Mit der Pubertät ändert sich auch beim Hund einiges und bringt seinen Körper und Seine Seele gehörig durcheinander. Mit ein wenig Wissen über diese Phase kann man es sich und dem Hund ein ganzes Stück leichter machen und vielleicht über das eine oder andere mit einem Augenzwinkern hinweg sehen. Auch an dieser Stelle noch mal – ein Hund macht nichts aus Absicht oder Berechnung um euch zu ärgern. Gerade in dieser Phase seines Lebens sind ruhige Konsewuenz und Verständnis oberstes Gebot. Bei eurem Vierbeiner gerät gerade so einiges mächtig durcheinander.

Pubertät – Wann geht es los?

Wann genau ein Hund in die Pubertät kommt, lässt sich so genau nicht sagen. Es ist zum einen abhängig von der Rasse und der Größe des Hundes und zu anderen natürlich eine ganz individuelle Sache bei jedem Hund. Die Einen sind da frühreifer als andere. Meiner Erfahrung nach kommen die meisten Hunde zwischen dem 6. und dem 8. Lebensmonat in die Übergangsphase zur Pubertät. Im Allgemeinen kann aber festgehalten werden, dass sich kleine Hunde schneller entwickeln als größere Rassen. Auch zwischen Hündinnen und Rüden gibt es Unterschiede. Rüden sind in der Regel etwas später in der Pubertät als Hündinnen. Da nehmen sich Hunde und wir Menschen nichts.

Die lieben Hormone

Pubertaet kann auch mit ängstlichen Phasen einhergehenIn der Pubertät steigt die Konzentration von sexualhormonen an, die Hunde kommen in die Geschlechtsreife. Die Körperliche und emotionale Entwicklung ist damit aber noch lange nicht abgeschlossen. Die Junghunde beginnen sich für das jeweils andere Geschlecht zu interessieren – zunächst nur spielerisch, mit weiterem Fortschreiten auch ernsthafter. Rüden beginnen das Bein zu heben und zu markieren. Hündinnen werden mitunter etwas „zickiger“ was andere Hündinnen betrifft.

Der Beginn der Pubertät geht oft mit einem auffällig geistigen Leistungsabfall einher. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies auf entwicklungsbedingte große Umwandlungsprozesse der Gehirnmasse zurückgeführt werden kann.

Beginnt die Pubertät schließlich, aktivieren weitere Hormonvorgänge die Freisetzung der Geschlechtshormone aus den Geschlechtsorganen, wie das Testosteron beim Rüden sowie Östrogen und Progesteron bei der Hündin. Durch die Wirkung der Sexualhormone und des von ihnen ausgelösten Nervenwachstums beginnt eine Neuorganisation im Gehirn. Während sich Synapsen abbauen, werden die Nervenzellen größer, was die Weiterleitung der Daten und damit der Gehirnleistung verbessert. Der Anstieg der Geschlechtshormone zieht weitere hormonelle Regelkreise, die alle
ineinandergreifen.
 

Hilfe mein Hund spielt verrückt

Als Welpe und Junghund hat alles so gut geklappt. Kommandos wurden schnell gelernt und befolgt, der Hund kam auf Ruf schnell herbeigesaust und stand immer in nahem Kontakt zu seinem Menschen. Von einem Tag auf den anderen scheint das alles vergessen zu sein. Manchmal kommt es so vor als habe jemand über Nacht den Hund ausgetauscht? Der Name vergessen, statt Sitzt gibt es bestenfalls Platz oder es werden Komandos komplett überhört. Der Radius des Hundes vergrößert sich zunehmend und alles andere ist plötzlich viel interessanter als zu hören. Sehen sie es ihm nach. Das Stichwort heißst Geduld, Geduld und noch mehr Geduld. Übt konsequent weiter und habt keine Scheu auch mal zu den Basics zurück zu kehren und manche Sachen eben noch mal eine oder mehrere Stufen leichter zu trainieren.
 
Ist der Hund völlig durch den Wind, hilft es auch ihn mal komplett eine kleine Weile erziehungstechnisch in Ruhe zu lassen. Aber auf der Nase herum tanzen solltet ihr euch natürlich trotzdem nicht lassen. Seid konsequent und bewahrt Ruhe. Gestresst ist euer Hund schon genug, da ist es dringend Notwendig, das zumindest seine Menschen die nötige Ruhe bewahren. Eure innere Einstellung überträgt sich auf den Hund – seid ihr unsicher und gestresst, wird das euer Hund merken und auch verunsichert und gestresst reagieren. Also besser tief durchatmen und in aller Ruhe überlegen wie ihr mit dem Problem umgehen wollt und wie ihr eurem Hund – und somit auch euch – diese Phase erleichtern könnt.
 
In der Pubertät zeigt sich sehr schnell wie gründlich die Erziehung in den ersten Monaten war. Kleine oder größere Versäumnisse und Nachlässigkeiten zeigen sich nun deutlich. War bereits vor der Pubertät keine vernünftige Erziehung vorhanden, wird es natürlich in der Pubertät erst recht anstrengend. Auch unsicherheiten können verstärkt auftreten. Bisweilen ragieren die Hunde plötzlich ängstlich auf Dinge, die sie vorher überhaupt gar nicht zur Kenntniss genommen haben. Hier heißt es spuverän bleiben und dem Hund helfen sein Selbstbewusstsein in diesen Situationen zu stärken und ihm Ruhe und Sicherheit zu vermitteln.
 
In dieser Phase sollte man individuell auf seinen Hund eingehen. Kein Druck bei der Ausbildung. Wenn ihr merkt es klappt heute nicht, dann versucht nicht mit Macht irgend was in ihn rein zu „prügeln“ was nicht geht. Das kann im schlimmsten Fall eure Beziehung nachhaltig schädigen. Auch wenn sie so tun, als könnte sie nichts erschüttern, sie sind in dieser Phase sehr sensibel was das angeht. Festigt die schon vorhandenen Sachen und arbeitet an euerer Bindung. Für alles andere ist auch später noch genügend Zeit, wenn sich Körper und vor allem der Kopf auf die neue Situation eingestellt haben.
 

Noch einmal hab Geduld mit deinem Hund, übe und festige bereits gelerntes weiter, arbeite an eurer Bindung und bleib Ruhig und lach auch ab und an mal über die merkwürdigen Anwandlungen die euer Hund plötzlich hat. Alles wird gut und auch die Pubertät hat mal ein Ende 😉

Auch die Pubertät geht vorbei

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Autor: Nicole

Mediengestalterin und ambitionierte Rennrad Fahrerin. Fotografin und Frauchen Bonn labrador Kenny. Führt den Blog Schwuggedung seit 2011

Ein Gedanke zu „Die Pubertät beim Hund“

  1. „Daumen hoch für diesen Artikel!“,
    sagt die Mama eines jetzt einjährigen Labradormädchens. Mit genau diesen Ratschlägen sind wir bisher prima durch die Pubertät gekommen.

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