Trotz allem …

Trotz allem was passiert ist. Trotz des ganzen Schmerzes, den Lügen und dem Betrügen, tut es nach wie vor so unendlich weh. Ich habe nie zuvor so etwas für einen Menschen gefühlt und werde auch nie wieder so etwas fühlen. Viel zu groß ist die Angst wieder so verletzt zu werden, so verarscht und belogen und dann einfach so entsorgt und ersetzt. Als würden Menschen nix zählen, als könnte man Menschen einfach so gegeneinander austauschen. Manche können das tatsächlich … Ich gehöre nicht dazu, dabei wäre das Leben so viel einfacher.

Du wachst auf und jeden Tag ist es diese Erinnerung an den Schmerz, der immer noch da ist. Alle sagen, es wird verschwinden. Es wird einfacher werden. Es wird nicht mehr so wehtun. Aber wenn man von diesem tauben Gefühl, das nicht nachlässt, überwältigt wird, will man einfach nur dort liegen bleiben. Du willst nicht aufstehen. Du willst dich nicht bewegen. Du willst an diesem Tag gar nichts machen. Du möchtest zurück in den Schlaf fallen, weil es einfacher ist, in Träumen verloren zu gehen, als hart mit der Realität dessen, was du fühlst, getroffen zu werden.

Du willst es einfach verschwinden lassen. Aber das tut es nicht. Es ist einfach da, um alles zu verzehren, was du in dir hast. Es ist bei jedem Gedanken dabei. Und du wiederholst die Vergangenheit in deinem Kopf und denkst darüber nach, was dazu geführt hat. Was du hättest ändern können. War es deine Schuld? Wie kannst du das in Ordnung bringen?

Du liegst einen Moment da und fragst dich, ob er dich auch vermisst. Wundernd, ob heute der Tag sein wird, an dem du von ihm hörst.

Dann beginnt ein weiterer Tag ohne ihn.

Und du sammelst all deine Kräfte, um gerade aufzustehen und den Tag zu beginnen. Du schaust dir deinen Kalender an und fragst dich, wie lange du das Gewicht dieser Gefühle noch verzehren musst. Bis nächste Woche? Bis zum nächsten Monat? Jedoch ist es so, dass du nur durch die nächsten 24 Stunden zu kommen versuchst, und jeder Tag ist wie ein Marathon deines Lebens ohne ihn darin.

Dann beginnt dein Tag und alles erinnert dich an ihn. Jedes Lied, das du hörst. Jeder Schritt, den du machst. Jedes Wort, das du sagst. Und du gehst durch die Dinge, aber du fühlst dich verloren und leer und sinnlos. Als er wegging, nahm er alles, was dich zu dem gemacht hat, was du bist. Als er wegging, nahm er die besten Teile von dir mit. Weil in deinem Kopf das Beste an dir immer er war.

Auch wenn du schon vorher Schmerzen gespürt und überwunden hast, ist es diesmal anders. Dieses Mal fühlt es sich nicht so an, als ob du heilen oder besser werden würdest. Vielleicht lernst du einfach, ohne ihn zu leben. Du lernst, gebrochen zu leben. Du lernst zu leben, ohne das Gefühl zu haben, dass du lebst, du tust nur das, was du tun musst, um zu überleben. 24 Stunden scheinen so lang zu sein, wenn man auf die Vergangenheit fixiert ist.

Und jeder fragt, wie es dir geht, und du sagst gut, weil niemand hören will, dass du gestern Abend beim Einschlafen geweint hast. Niemand will hören, dass du nicht mal hungrig bist. Niemand will hören, dass man nachts nicht schlafen kann, ohne etwas zu nehmen, und auch wenn man um 3 Uhr morgens aufwacht und der Schmerz noch mehr schmerzt.

Dann kriecht der Gedanke hoch, dass er wahrscheinlich friedlich schläft und sich nicht von den Schmerzen, die er verursacht hat, und von dem, was du durchmachst und früher durch gemacht hast beeindrucken lässt. Und du fragst dich, wie du all das so tief empfinden kannst für jemanden, dem es egal ist, dass du verletzt bist? Denn eigentlich gab es nie eine Zeit, in der er es getan hat. Und die Vergangenheit quält dich mit Bedauern, während du alle schönen und auch die weniger schönen Momente noch einmal wiederholst.

Alle sagen, dass du doch froh sein sollst und dein Leben endlich genießen. Aber sie haben keine Ahnung von dem Schmerz, der in dir wütet, trotz allem, trotz dem was geschehen ist und trotz dem Schmerz den er verursacht hat. Selbst wenn du wusstest, dass das Ergebnis eines davon sein würde, dass du alleine auf die Knie fällst, würdest du es dennoch wählen. Weil selbst bei all diesen Schmerzen, die sich in deiner Brust schwer anfühlen, weißt du, dass es besser ist, ihn gekannt zu haben. Ihn geliebt zu haben. Und das alles gefühlt zu haben. So etwas hast du noch nie erlebt. Und wenn die Leute fragen, selbst wenn Tränen in dein Gesicht strömen während du seinen Namen aussprichst… Du weißt, dass er immer noch das Beste ist, was dir je passiert ist.

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Autor: Nicole

Mediengestalterin und ambitionierte Rennrad Fahrerin. Fotografin und Frauchen von Mischlingshündin Nele. Führt den Blog Schwuggedung seit 2011

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